UNTITLED
Farnaz Shahryari
Ein Scherbenmeer vor einer iranischen Gebirgskette. Warme Sonnenstrahlen, die über das Bild ziehen und an Casper David Friedrichs Eismeer erinnern.
Eine Landschaft im Iran, die sich in eine dem Auge endlos erscheinenden Weite ausbreitet. In Nebel eingetauchte Gebirgsketten formen den Hintergrund vor welchem sich sehr zentral im Bild ein Scherbenhaufen auftut. Hunderte gebrochene Glasteile liegen verstreut auf und um einen großen Stein umher. Die Abend- oder vielleicht auch Morgensonne berührt sie sanft an der rechten und äußeren linken Bildseite des Scherbenhaufens. Das reflektierte Licht der Sonne, das die Glasstücke streift zeigt sich mit seiner warmen Seite im starken Kontrast zur Kälte der Bildmitte, der Mitte des Steines und seinem Scherbenmeer. Weit und breit ist kein Mensch und auch kein Tier zu sehen. Nur die Natur und die vom Menschen hinterlassenen Scherben. Eine Farbfotografie, die durch ihre vielen Bildebenen zum Nachdenken anregt. Wer hat diese Scherben dort platziert und warum? Wo befinden wir uns und warum ist hier niemand?
Text von Selma Mierl
Farnaz Shahryari(1993, Bushehr, Iran) studiert seit 2020 Fotografie an der Folkwang Universität der Künste.