Aus der Serie
pending
Vivian Hötter
Das Stillleben stammt aus der fortlaufenden Serie »Pending«. In dieser beschäftigt sich Vivian Hötter mit Experimenten aus Bildfragmenten, die nicht genau definierbar scheinen.
Vivian Hötters Fotografie wirft Fragen nach dem was wir sehen auf. Ist es eine Seife, ein Stück Wachs oder etwas ganz anderes? Handelt es sich beim Hintergrund der farbigen Hochformat-Fotografie um eine weitere Fotografie oder ein Textil? Die wirklich wichtige Frage scheint jedoch zu sein, warum wir denken, die Fotografie verstehen zu müssen oder überhaupt zu können. Welche Rolle spielen die abgebildeten Objekte, wenn sich der Fokus weg von der Fotografie als ein verstehbares Medium, das sich uns erklären muss, hin zu einer künstlerischen Praxis, die durch Farbe, Materialität und Interpretationsspielraum bewegt.
Auf zartem Rosa, ein Bett aus visuell texturreichen Fäden, eine Spiegelung und darauf ein cremeweisses Objekt. Die Hintergründe verschmelzen miteinander, der Vordergrund sieht aus, als könne er selbst schmelzen. Ein warmes Gefühl, ein Rätsel für die Augen. Vivian Hötter zeigt in ihrem Werk, dass die Frage nach dem Was und Warum in der Fotografie abgelöst werden kann von der Frage nach dem Wie. Wie fühlt sie sich an, wie verstehe ich sie?
Text von Selma Mierl
Vivian Hötter (*1993) lebt und arbeitet in Köln. Im Zentrum ihrer künstlerischen Praxis stehen inszenierte fotografische Arbeiten, die Fundstücke aus der Natur, industriell gefertigte Objekte und Landschaftsfotografien in neuen Szenen zusammenführen. Wiederkehrende Themen sind neben diesem Zusammentreffen von Natürlichem und Künstlichem die Druckraster und Pixel fotografischer Abbildungen und deren Einfluss auf die Wahrnehmung von Bildern.